15. August 2000

Nachdem ich mich von meinen Eltern abschiedet habe muss ich nicht mehr lange warten, um die Maschine nach London zu besteigen. Kurz nachdem ich mit dem Frühstück fertig bin geht das Flugzeug auch schon wieder in den Sinkflug über. Das Flugzeug dreht noch mehrere Runden über London, bei denen man schön über der Tower-Bridge eindreht und ein Stück entlang der Themse fliegt.

Ich lande auf London-Heathrow und muss für meinen Weiterflug zum Glück nicht auf einen anderen Flughafen. In der Abflughalle treffe ich erst Nina, dann kommen Cornelia und Simon, aber keine Spur von Thomas G.. Wir haken bei British Airways nach und erfahren erst, dass sein Flug Verspätung hat, dann, dass die Maschine wegen technischer Probleme gar nicht abfliegt. Na super! Die ganze Planung im Eimer. Aufregung kommt noch mal auf, als wir erfahren, dass auch unser Weiterflug Verspätung hat, vielleicht genug für Thomas? Nein, soviel nun auch wieder nicht, aber sind wie immer nur Minuten, um die wir uns verpassen. Der Flug dauert knapp acht Stunden und das Essen war bereits ein Vorgeschmack auf die Fast-Food-Stimmung die wir in Kanada erwarten.

Nach unserer Ankunft in Kanada am Flughafen von Toronto müssen wir uns zunächst einmal knapp 3 Stunden durch Immigration und Gepäckabholung schlagen bis wir endlich in den schwülen Nachmittag eintauchen können.

Der Beamte in der Immigrationsbehörde ist sehr freundlich und genehmigt unsere Visa bis Ende Oktober 2001, aber er arbeitet wie eine Schlaftablette. Die Gepäckabholung hält dann eine weitere Überraschung für uns bereit: Ein Koffer von Cornelia ist irgendwo verloren gegangen. Sie erhält sofort einen Gutschein über $50, ein kleines Trostpflaster. Am Ausgang treffen wir dann auf Marco, der schon seit 5 Stunden auf uns wartet. Er lädt uns in seinen Minivan und - welch ein Glück - wir passen gerade so hinein. Cornelias Koffer hätte also sowieso nicht gepasst, von Thomas gar nicht zu reden.

Auf der Fahrt fallen uns allen die Augen zu, wir sind einfach schon zu lange auf den Beinen. Aber Waterloo ist nicht die Stadt, in der man sich so einfach ausruhen kann, soviel wird uns jetzt schon klar. Eine Grillfete steht auf dem Programm, und nachdem ich Rajan und Henrike wieder getroffen und Nils, mein "Vererber" kennen gelernt habe bekommen wir erstmal einige frische Burger und das erste kühle kanadische Bier. That's Canada! Kurz vor dem Im-Stehen-Einschlafen liefern wir Cornelia und Simon bei Rajan ab, Nina und ich können bei Marco bleiben.

16. August 2000

Am nächsten Tag bekommen wir - noch immer ziemlich fertig - erstmal eine kleine Campus-Führung von Christoph und Marco. Es folgt eine erste Besichtigung der Columbia Lake Townhouses und ein Treffen mit dem Hausmeister derselben - Bill! Wir überreden ihn, unser Gepäck, das wir nicht mit auf unsere erste Tour mitnehmen wollen, in unseren Units unterzustellen, die wir erst eine Woche vor Studienbeginn offiziell beziehen können.

Nachdem Marco in seinen Urlaub nach Westkanada entschwunden ist, treffen wir Raini (Rainhold Schuster), unseren Koordinator, ein gebürtiger Siebenbürgener Bürger. Als er hört, dass wir uns sofort auf die Autosuche begeben wollen, lädt er uns alle in seinen Wagen und kutschiert uns begeleitet von Wiener Arien durch die halbe Stadt. Nach einigen Autohändlern haben wir genug und schließlich lädt uns Raini noch auf einen ersten Muffin und Kaffee bei Tim Hortons ein, der größten Muffin-, Donut-, Cookies-, Kaffee- und Heiße-Schokolade-Verkaufskette in Kanada.

Nach einigem weiteren herumrennen erfahren wir, dass wir, um ein Konto bei der Toronto Dominion Bank eröffnen zu können, wir für den nächsten Tag einen Termin vereinbaren müssen. Wir geben erschöpft auf und trennen uns auf die Unterkünfte auf. Nina und ich nutzen den Abend, um mit Wolle, einem Mitbewohner von Marco, Vorräte für die nächsten Tage im Supermarkt einzukaufen. Nachdem wir so einige abartige Cerealien und den kanadischen Mozarella gesehen haben, begnügen wir uns mit Spaghetti mit roter Soße.

17. August 2000

Nina und ich stoßen auf unserer weiteren Autosuche auf ein verlockendes Angebot, ein Chrysler, Plymouth Voyager Minivan SE (SE = Super Extras?), der zertifiziert (eine Art TÜV) nur $2700 kosten soll. Außen einige Beulen und Kratzer, innen wie neu, runde 200.000 Kilometer, aber eine 6-Zylinder-Maschine. Wir halten Absprache mit dem Rest der Gruppe und entschließen uns zum Kauf. Die anderen hatten in der Zwischenzeit einige Versicherungs-Broker angerufen, um dann denselben zu wählen, der auch die Braunschweiger vor uns versichert hat. Kein Ontario-Führerschein nötig, sehr günstige Konditionen, aber bei der Scheckübergabe erfahre ich, dass wir noch eine "Inspektion" mit dem Wagen machen müssen. Nichts technisches, nur eine Vorführung mit dem Zweck, der Versicherung zu zeigen, dass der Wagen auch tatsächlich existiert.

Am Abend finden Nina und ich Zeit, endlich mal über unsere Reiseziele nachzudenken und eine grobe Tour zu planen.

18. August 2000

Nach einigem Hin- und Her trafen wir auf Avo, den Autohändler. Wir haben Glück, andere Interessenten sind schon dort, können aber nicht bar bezahlen. So machen wir den Kauf perfekt und Avo regelt die weiteren Formalitäten, wie Anmeldung, Nummernschilder etc., für uns.

Da die Inspektion von einer speziellen "Inspektionsfirma" durchgeführt wird, es aber schon Freitag Abend ist, glauben wir nicht mehr so richtig daran, noch am Wochenende nach Ostkanada starten zu können. Doch - oh Wunder - es gibt so etwas wie die mobil inspection und wir schaffen es, einen Inspekteur zu unserem Autohändler zu bestellen. So wird es 21:00 Uhr und wir sind im Besitz eines Autos, das allen gesetzlichen Anforderungen standhält.

Wow! Keine Minute zu spät, denn wir müssen Lars mit seinen Koffern vom Campus abholen.

19. August 2000

Am Samstag fahren wir als allererstes zu Canadian Tire, der größten Baumarktkette in Kanada, um uns für unsere Tour mit Zelten, Kochern, Töpfen und allem möglichen anderen Krempel einzudecken.

Anschließend kaufen wir noch Lebensmittel und bringen weiteres überflüssiges Gepäck in die Columbia Lake Townhouses. Am Abend halten wir eine letzte Abschlussbesprechung zur Fahrt ab und genießen den Abend in der Brick Brewery bei einem English Ale mit Vanilleeis und einem Brownie! Die spinnen die Kanadier!

20. August 2000

 

 

Es geht auf große Reise.............  

An dieser Stelle sei nochmals allen Braunschweigern und deren Mitbewohnern gedankt, die uns sehr freundlich empfangen und uns völlig unkompliziert aufgenommen haben. Wir werden versuchen, das unseren Nachfolgern weiterzugeben....



 

 

Home - Alte HomepageHome - www.thomas-prade.de