Ich möchte an dieser Stelle einige Worte über die Ausrüstung verlieren, die mir hier in Kanada recht nützlich war. Dabei denke ich weniger an das, was man zum Leben in Waterloo benötigt, als vielmehr an die Gegenstände, die die zahlreichen Touren in die kanadische Wildnis ermöglicht haben. Obgleich z. B. auch Schneeschuhe manchmal auch in Waterloo recht hilfreich waren ;-))

Die Grundausrüstung:

Der Schlafsack ist wohl einer der Ausrüstungsbestandteile, der entscheidenden Einfluss auf den Spaßfaktor einer Tour haben kann. Besonders wenn man plant, auch im Winter Touren zu unternehmen, sollte man sich gut überlegen, welchen Schlafsack man sich zulegt. Prinzipiell gibt es Daunen- und Kunstfaserschlafsäcken, die sich in Gewicht und Pflegemaßnahmen unterscheiden. Man kann beiderlei für verschiedene Temperaturbereiche erhalten, wobei für Extremtemperaturen eher Daunen zu empfehlen sind, die in diesem Temperaturbereich einen entscheidenden Gewichtsvorteil mit sich bringen. Neben einem geringeren Packmaß (gute Kompressibilität) hat man aber den Nachteil, dass ein nass gewordener Daunenschlafsack kaum noch wärmt, während Nässe bei einem Kunstfaserschlafsack zwar unangenehm ist, aber man trotzdem nicht erfrieren wird. Daunenschlafsäcke sind außerdem im allgemeinen teurer als vergleichbare Kunstfaserschlafsäcke.

Wenn man an den kanadischen Winter denkt, kommen einem sicherlich Bilder von tief verschneiten Landschaften, extrem tiefen Temperaturen und eisigem Wind. Und genau darauf sollte man sich bei einer Wintertour auch einstellen. Temperaturen von -45ºC sind zwar eher selten, kommen aber vor. Davon sind meist "nur" -25ºC die tatsächliche Temperatur und die weiteren -20ºC sind dem windchill zuzuschreiben. Man kann also bereits durch günstige (nämlich windgeschützte) Wahl des Nachtlagers sich schlaflose (weil frösteln oder frierend kalte) Nächte ersparen. Ich hatte mir bereits aus Deutschland meinen Daunenschlafsack mitgebracht, ein eher altes Teil, der mal für -25ºC Extrembereich gut war. Mit den Jahren verlieren die Daunenschlafsäcke an Material bzw. die Daunen ihre isolierenden Eigenschaften. Wer bereits einen Schlafsack hat, der bis irgendwo von -15ºC bis -20ºC Extrembereich angegeben ist, für den lohnt es sich sicherlich nicht, einen superduper Daunenschlafsack zu kaufen, der einem im Sommer eher eine Qual denn ein Nachtlager ist. Man kann auch mit einfacheren Mitteln den Temperaturbereich erweitern, was einem zusätzlich den Vorteil bringt, dass man bei höheren Temperaturen nicht vor Hitze umkommt. Zum ersten ist da die Frage der nächtlichen Bekleidung. Dies ist ein recht umstrittenes Thema und jeder muss hier sein eigenes Optimum herausfinden. Hier die Extremen: Man zieht (fast) nichts an und der Schlafsack reflektiert die Körperwärme (funktioniert ziemlich gut für mich und ist auch ziemlich angenehm). Das andere Extrem ist, dass man sich komplett angezogen (möglichst mit frischen, trockenen Klamotten) in den Schlafsack begibt. Dazwischen gibt es denkbar viele Möglichkeiten und jeder sollte für sich testen, was die besten Ergebnisse bringt. Noch zwei Tipps, die man auf jeden Fall beachten sollte. Sich tief in den Schlafsack einmummeln ist ja ganz kuschelig, aber mit der Atemluft kommt auch eine Menge Feuchtigkeit in den Schlafsack, die sich niederschlägt und die Wärmeisolierung beeinträchtigt. Also, Kopf draußen behalten. Das bringt mich auch gleich zum nächsten Punkt. Immer daran denken, beim Schlafen eine warme Mütze aufzuziehen. Möglichst eine, die einem nicht ständig vom Kopf gleitet. Man verliert ca. 80% seiner Körperwärme über den Kopf und es ist recht einfach, diesen Verlust zu minimieren. Weitere Möglichkeiten, seinen vorhandenen Schlafsack wintertauglich zu machen sind so genannte Inletts, Stoffeinlagen in der Form des Schlafsacks. Diese sind in allen Materialien zu bekommen, von Fleece (warm, aber schwer und voluminös) über Baumwolle (Feuchtigkeit speichernd) zu Seide (leicht, aber teuer). Während man diese Inletts (wie der Name schon andeutet) IN den Schlafsack einschlägt, gibt es für außen herum die so genannten Biwaksäcke (=>).

Das Waschen von Daunenschlafsäcken von Zeit zu Zeit gibt dem Schlafsack nicht nur einen angenehmen Geruch sondern vermag auch die Federn wieder etwas zu lockern und bringt wieder einige Grade auf der Temperatur-Einsatzskala zurück. Zum Waschen sollte man ein spezielles Daunenwaschmittel verwenden. Man kann den Schlafsack lufttrocknen, deutlich besser ist jedoch den Schlafsack mit einem alten (sauberen) Schuh (lockert die Daunen auf) zusammen in den Trockner zu stecken.

Auch bei Biwaksäcken gibt es natürlich eine Auswahl an Materialien, die jedes ihre Vor- und Nachteile hat. Die günstigere Lösung sind sicherlich aus Nylon hergestellte Säcke, die aber Feuchtigkeit und ggf. entstehendes Kondenswasser nicht nach außen abgeben können. Die deutlich teurere Variante sind Biwaksäcke aus Gore-Tex oder ähnlichen Membranen, die aber nicht die Nachteile eines Nylonsacks aufweisen. Wer nicht gerade 500-600DM (bzw. hier $250-$350) für das atmungsaktive Material ausgeben möchte, der kann sein Glück bei Armyshops versuchen. Ich habe damals meinen olivgrünen, sehr geräumigen (die Klamotten passen auch noch in den Fußteil, weil ca. 2,4m lang), gebrauchten 3-Lagen-Gore-Tex Biwaksack für unglaubliche 150 DM erstanden und bin bisher nicht enttäuscht worden.

Meist hat man bei den in Outdoorläden angebotenen Säcken noch eine Regenklappe und ein Moskitonetz integriert, was aber den hohen Preis kaum rechtfertigt. Diese Accessoires kann man sich auch recht günstig bei einem Schneider anfertigen lassen. Um mal wieder auf die Wärme konservierenden Eigenschaften zurückzukommen: ein Biwaksack ist eigentlich fürs wettergeschützte campen ohne Zelt gedacht, kann im Winter aber auch als zusätzliche Isolationsschicht im Zelt dienen.

Einen ebenfalls entscheidenden Einfluss auf den Schlafkomfort hat die Isomatte, die die isolierende und Unebenheiten ausgleichende Schicht zwischen Schlafsack und Boden darstellt (auf den Zeltboden gehe ich später ein). Selbstaufblasende Matten (Therm-A-Rest, oder von jeglicher anderen Firma) haben in den letzten Jahren - zu recht, wie ich finde - reißenden Absatz gefunden. Auch hier muss jeder für sich ein von den eigenen Körpermaßen (Größe und Gewicht) abhängiges Optimum zwischen Packmaß, Gewicht und Komfort finden.

Die leichtesten Matten fangen bei 1,5 cm Dicke an und sind meist 180cm lang und 60 cm breit. Die dicksten bieten einem 5 cm Schaumstoff und sind länger und breiter. Mein Optimum (ich bin 1,89m groß und 78kg schwer) manifestiert sich in einer Therm-A-Rest, die 1,96 lang und 85 cm breit ist und mit 4 cm Schaumstoff auch gröbere Unebenheiten ausbügelt. Packmaß und Gewicht sind vernünftig und angemessen, was man von dem Preis nicht behaupten kann. Zusammen mit meinem Schlafsack teilt sich meine Isomatte einen mittleren Kompressionssack, was insgesamt ein hervorragendes Packmaß ergibt.

Was soll das ganze Gerede über Packmaß werden sich manche jetzt fragen und damit finde ich auch gleich die Einleitung zum nächsten, elementaren Ausrüstungsgegenstand, dem Rucksack. Es ist recht schwierig hier einen einfachen Schlüssel zum richtigen Rucksack aufzuführen. Zu unterschiedlich sind die Ansprüche und Anforderungen. Deshalb will ich einige eher allgemeine Tipps zum Rucksack geben. In der Regel macht es keinen Unterschied, ob man für ein Wochenende unterwegs ist oder plant, eine oder mehrere Wochen auf Tour zu gehen, solange man unterwegs Nahrungsmittel besorgen kann (was bei einer Tour in einem kanadischen Park meist nicht der Falls ist.). Ein etwa 75 L großer Rucksack kann durchaus ausreichend sein, aber man sollte bedenken, dass z.B. eine Kameraausrüstung einen Haufen Platz beanspruchen kann (vom Gewicht gar nicht zu reden). Deshalb - lieber einen größeren Rucksack kaufen, man muss den Platz ja nicht voll ausschöpfen (dies gilt nur für Leute, die sich beschränken können und nicht den restlichen Platz mit unsinnigem Zeug auffüllen ;-)) Meist bieten die heutigen Rucksäcke sowieso eine Erweiterung von 15-20L an, die allerdings nur für leichte Sachen, wie z.B. Klamotten gedacht ist.

Man sollte beim Kauf darauf achten, dass das Tragesystem dem zu erwartenden Gewicht des Rucksacks (20-30kg) und der Körpergröße angemessen ist. Dazu lässt man sich am besten in dem jeweiligen Fachgeschäft beraten. Man sollte sich beim Betrachten der Preise nicht in falscher Sicherheit wiegen lassen. Auch qualitative weniger empfehlenswerte Rucksäcke kosten heutzutage leider um die 300 DM. Für das Tragen schwererer Lasten (25-30 kg) kann man für ein angemessenes Tragesystem leicht 500-600 DM ausgeben. Auch hier gilt, nach gebrauchtem Material suchen, es lassen sich leicht Preisvorteile von 50% für wenig genutztes Material herausschlagen. Die meisten Outdoorläden haben irgendwo im Laden ein Zettelbrett für gebrauchte Ausrüstung, die von privat angeboten wird.

Der beste Rucksack wird beim Tragen zu Qual, wenn er falsch gepackt wurde. Schwere Gegenstände (Kamera, Objektive, Wasserflaschen, Lebensmittel...) gehören dicht an den Rücken, während leichtere Sachen den Rest ausfüllen können. Gegebenenfalls kann eine Schaumstoff-Isomatte auch außen am Rucksack befestigt werden. Leichte Beutel helfen dabei, ein wenig Ordnung in die Ausrüstung zu bringen, was einem lästiges im Rucksack-Herumwühlen ersparen kann.
Als besonders praktisch habe ich die zusätzliche Stoffklappe an meinem Rucksack (ArcFlex Alpine von Dana Design, 85 +20 L) empfunden, die eigentlich zur Aufnahme eines Bergsteiger- oder Kletterseils gedacht ist. Hier kann man leicht und schnell erreichbar Jacken, leichte Zeltplanen oder aber voluminöse Töpfe verstauen.

Zum Thema Zelte ist nicht viel zu sagen und ehrlich gesagt, seitdem ich meinen Biwakssack habe, habe ich mich nicht mehr so richtig um die Anschaffung eines Zeltes gekümmert. Wer Informationen sucht sollte ein Fachgeschäft aufsuchen und sich dort beraten lassen. Noch ein paar Tipps zum Aufstellen des Zeltes: Es scheint logisch zu sein, dass man sich ein ebenes Stück Boden ohne größere Wurzeln oder Gesteinsbrocken aussucht, aber gerade mit dem Neigung des Bodens sollte man vorsichtig sein. Der ausgesuchte Platz mag auf den ersten Blick nur leicht geneigt sein, aber in der Nacht kann einem schon dies den Schlaf rauben. Dies gilt besonders, wenn die Isomatte recht rutschig ist! Ggf. sorgen selbstklebende, dünne Gummistreifen für den nötigen Halt.

Für die Wahl der richtigen Stelle zum Aufstellen des Zeltes sollte man sich auch Gedanken dazu machen, was passiert, wenn ein stärkerer Regenschauer einem das Campingleben zu vermiesen sucht. Eine Senke ist für einen solchen Fall eher ungünstig, das sich das Wasser darin sammeln kann. Auch wenn die Zeltböden heutzutage als Wasserdicht beschrieben werden würde ich nicht allzu viel darauf geben. Wer sein Zelt schonen möchte und (besonders auf längeren Touren) nicht mit Schimmelpilzen und Müffelgeruch kämpfen möchte, dem sei ein zusätzliche Kunststofffolie empfohlen. Diese muss man nicht bei einem Ausrüstungsgeschäft erwerben (wo man z.T. an die Zeltform angepasste Unterlagen erhält), sondern kann dies wesentlich kostengünstiger bei einem Heimwerkermarkt tun und die Folie selbst zuschneiden. Dabei ist folgendes zu beachten. Die Folie sollte keinesfalls die Zeltform überlappen, sondern ca. Ringsum 5 cm kleiner zugeschnitten werden, da sich von der Zeltplane ablaufendes Wasser darauf sammelt würde und der Boden im Wasser läge. Während man im Winter darauf bedacht sein möchte, einen möglichst windstillen Ort als Nachtlager zu wählen, sollte man im Sommer einen eben solchen aufsuchen, um weniger durch Moskitos und Fliegen genervt zu werden.

Nachfolgend habe ich mal aufgeführt, was sonst noch auf die Ausrüstungsliste gehören kann:

Kocher - hier haben sich kleine Benzinkocher (von MSR, Primus etc.) bewährt, die ggf. auch mit anderen Brennstoffen (Petroleum, Diesel) betrieben werden können. Diese Kocher sind deutlich leistungsstärker als irgendwelche Gaskocher, bei denen man zusätzlich auf passende Kartuschen angewiesen ist. Preise und Qualität variieren je nach Anspruch.
Töpfe - Gut sind Antihaft beschichtete Töpfe, die aber auch teurer sind. Ab 4 Personen sollte man auf jeden Fall einen größeren Topf (8L) mitnehmen, sonst muss in Etappen gegessen werden.
Geschirr und Besteck - klingt in meinen Ohren etwas abgehoben, wenn man an die Outdoorküche denkt. Eine Schale ist meist genug (für Müsli, Suppe, Reis oder Nudeln), dazu eine Tasse (im Winter kann eine Isoliertasse Vorteile bringen) und Gabel und Löffel. Wer aufs Gewicht achtet (und ich meine nicht die Figur) der sollte sich einen Löbel bzw. einen Gaffel kaufen (Löffel mit kleinen Gabelzinken oder auch Gabel mit Löffelkelle ;-)) Ein Messer darf natürlich nicht fehlen. Ich mag besonders die französischen Opinel-Messer (günstiges Klappmesser mit feststellbarer Klinge, angenehmer Holzgriff), aber auch ein Schweizer Armeemesser birgt gewisse Vorteile in sich.

Regenüberzug (für den Rucksack) - verschiedene Modelle werden angeboten. Die einfacheren werden einfach über den Rucksack gezogen und mittels einer umlaufenden Schnur zusammengezogen. Die etwas teureren Überzüge sind als Sack konzipiert, der mit einer Klappe versehen sind, die z.B. zum Transport auch die Gurt mit einschließt. Im Fall der Fälle hilft aber auch ein robuster Abfallsack.
Werkzeug - man kann Glück haben und genug trockenes Holz finden, das bereits klein gesägt ist oder leicht zurecht zu brechen ist. Wer sich nicht darauf verlassen möchte, der sollte daran denken, eine Säge und ggf. auch ein Beil mitzunehmen. Für Äste (bis 10cm Ø) reicht eine kleine Klappsäge, während für stärkere Baumstämme eine zusammensetzbare Zweihandsäge eher angemessen ist. Das Beil ist gut zum Entasten von Baumstämmen, zum Prüfen der Holzqualität und zum spalten größerer Holzstücke, besonders zum Bereiten von dünnen Holzsplittern zum Starten eines Feuers. Im Winter kann das Beil zusätzlich noch dazu dienen, die Dicke der Eisschicht eines zugefrorenen Sees zu testen. Hier sollte man allerdings Brillenträger den Vorrang lassen, da ordentlich Eissplitter spritzen.

Wasserdichter Rollsack - ein Multitalent, viele Anwendungsgebiete. Nicht nur zum Aufbewahren wasser- und feuchtigkeitsempfindlicher Gegenstände (Kamera, Lebensmittel...) aber auch zum Aufhängen der Lebensmittel zum Schutz vor Tieren (Schwarz- Braun- und vor allem Waschbären, Mäusen und Eichhörnchen) bietet ein solcher Sack eine Menge Vorteile. Zum Aufhängen kann man leicht den Rollverschluss um einen Ast herum schließen oder ein Seil daran binden. Er dämmt zudem die Gerüche und lockt damit weniger Tier erst an.

Feuerstarter - siehe Lagerfeuer

Orientierung - Wer auf Tour geht sollte sich mit dem Gebiet, in das er vorzudringen vorhat, auseinandersetzen. Das muss nicht langwierig sein, sollte aber einige prinzipielle Dinge umfassen. Kartenmaterial ist von besonderer Wichtigkeit - auch wenn man vorhat einem besonders gekennzeichneten Weg zu folgen oder mit dem Kanu unterwegs ist. Es sollte in einem vernünftige Maßstab sein (1:25.000 bis 1:10.000) und wenn möglich auch ein oder mehrere Koordinatennetze (Längen-/Breitengrade, UTM) aufweisen. Um die Karten - besonders bei Kanutouren, aber auch beim wandern im Regen - sicher zu verstauen sollte man solch eine wasserdichte, transparente Kartentasche besorgen.
Wer auf Nummer sicher gehen will und auch im Notfall seine Position schnell und sicher bestimmen will, der sollte über ein GPS-Gerät nachdenken. Ich hatte meines (Garmin Etrex) meistens dabei auch wenn es bisher eher unnötig erschien, aber in einem Notfall kann man wichtige Minuten sparen. Aber nicht nur für Notfälle bietet ein solches Gerät Vorteile, Routen lassen sich damit hervorragend planen und durchführen. Besonders auf unbekanntem Terrain kann es wichtig sein, zu wissen, wie weit es bis zum nächsten geplanten Lagerplatz ist oder ob man noch auf Kurs ist.
Taschenlampe - um aus dem reichhaltigen Angebot eine geeignete Taschenlampe herauszusuchen möchte ich einige Dinge zu bedenken geben. Wichtige Eigenschaften sind zum Beispiel Wasserdichtigkeit, Brenndauer, Gewicht und Handhabbarkeit. Eine Stabtaschenlampe ist zwar praktisch zum Suchen von Dingen im Rucksack, aber sonst stört es doch eher, die Lampe in den Händen halten zu müssen. Stirnlampen sind da deutlich im Vorteil. Man hat die Hände frei und das Gesichtsfeld ist meist recht gut ausgeleuchtet - ideal zum Kochen und Wandern in der Nacht (bei Neumond). Je größer und leistungsstärker die Taschenlampe, desto schwerer wird sie und insbesondere die benötigten Batterien. Die kleinen, handlichen und wasserdichten MAG-Taschenlampen sind nicht schlecht, man bekommt sogar ein Stirnband, wodurch die Lampe zu einer echten Stirnlampe wird.

Der Energieverbrauch der Halogenlampen ist jedoch enorm. Besonders in der Kälte (ab -10ºC abwärts) sind Batterien meist nach kurzer Zeit (ca. 2h) verbraucht, ein weiterer Gewichts- und Umweltfaktor. Im Vorteil sind hier LED-Lampen, die mit einem minimalen Stromverbrauch auskommen. Hier ist besonders die Stirnlame Tikka von Petzl zu empfehlen, die mit einer Ladung Batterien immerhin 150h brennt (0-12h sehr hell, 13-24h hell, und für die restlich Zeit soll sie noch zum Lesen und Kochen ausreichen). Ich habe die Erfahrung gemacht, dass dieses Lampen (aufgrund des geringen Strombedarfs) durch Kälte nicht beeinträchtigt werden.
Teleskop-Wanderstöcke - viele werden jetzt sagen, hey, so alt bin ich noch nicht, dass ich schon einen Wanderstock benötige. Aber wer erstmal die Erfahrung einer mehrtägigen Wander-Klettertour gemacht hat, der wird sich über die Entlastung seiner Knie und die zusätzliche Balance-Hilfe freuen. Insbesondere beim Schneeschuhwandern mit schwerem Rucksack auf dem Rücken wird man von der Nützlichkeit der handlich zusammenlegbaren Stöcken sehr schnell überzeugt werden (Bilde: siehe Schneeschuhe).
Trinkflaschen - Auf Touren neigt man leicht zur Dehydrierung, heißt man trinkt zu wenig. Der Körper trocknet aus und verliert deutlich an Leistungsfähigkeit. Das gilt im übrigen genauso im Winter, auch wenn man dann den Durst noch weniger verspürt. Also, immer ausreichend Trinkwasser und Wasseraufbereiter parat haben. In welchen Gefäßen man das Wasser transportiert ist eigentlich egal. Wer aber sowieso darüber nachdenkt, sich eine Trinkflasche zu kaufen, dem seien Trinkbeutel mit Nuckelschlauch zu empfehlen. Diese kann man leicht im Rucksack verstauen (dicht am Rücken versteht sich) und hat dennoch das Wasser (ich würde keine anderen Getränke in die Plastikbeutelflaschen einfüllen, da sie leicht Geschmack und Farbe annehmen und eine Flasche, die Zuckergesüßtes enthielt neigt auch dazu leicht zu schimmeln) immer trinkbereit. Das ermöglich einem gleichmäßiger kleinere Portionen zu trinken und so den Wasserhaushalt des Körpers im optimalen Bereich zu halten. Außerdem trinkt man deutlich mehr, was ebenfalls zu empfehlen ist.

Kleidung - ein ebenfalls recht wichtiges Thema. In den letzten Jahren hat die Welle der Funktionsklamotten auch die Günstiganbieter erreicht und mittlerweile kann jeder mit einer Jacke herumlaufen, die wasser- und winddicht ist und außerdem noch atmungsaktiv. Dennoch, wer eine qualitativ hochwertige Jacke sucht, die auch im Detail (mit Reißverschlüssen versehene Atmungsschlitze unter den Armen, eine gut zurechtgeschnittene, ggf. abtrennbare Kapuze und Taschen an den richtigen Stelle) überzeugt muss auch heute noch recht tief in die Tasche greifen. Dasselbe gilt für eine Regenhose.

Ich habe wenig Erfahrung mit Funktionsunterwäsche, da ich immer von den hohen Preisen abgeschreckt wurde. Sicherlich ist es nicht schlecht wenn die Wäsche schnell trocknet, aber ich bin auch so ganz gut gefahren.

Wanderschuhe - Auch hier möchte ich auf die Beratung durch Fachgeschäfte verweisen. Einige Punkte, über die man sich klar werden sollte sind z.B. das Material und die Form. Bei der Form bevorzuge ich einen hohen Schaft, der den Fuß genügend stabilisiert - ein verstauchter Knöchel kann einem eine Tour sehr schnell versauen und besonders übel ist es, wenn man 3 Tagesmärsche von der nächste bemannten Hütte entfernt ist. Vom Material her macht es kaum Unterschied, ob man sich nun für reines Leder oder eine atmungsaktive Membran entscheidet, da auch normales Leder bei richtiger Pflege wasserdicht ist.

Winterausrüstung

Schneeschuhe - ein besonderer Spaß sind Touren mit Schneeschuhen, da man nicht unbedingt auf Wege angewiesen ist, auf diesen aber auch normal laufen kann, wenn der Schnee sich hoch auftürmt. Wer einmal versucht hat, sich in tiefem Schnee laufend fortzubewegen, der weiß, wie anstrengend und manchmal zwecklos dies ist. Man stelle sich die selbe Situation nur zusätzlich mit 25kg Gepäck auf dem Rücken vor und schon geht gar nichts mehr. Aber nicht nur auf normalen Wegen sind Schneeschuhe im kanadischen Winter unerlässlich, sie geben auch ein wenig mehr Sicherheit auf zugefrorenen Seen, da das Gewicht deutlich besser verteilt wird. (Das sollte einen aber dennoch nicht dazu veranlassen, frisch zugefrorene Sees zu betreten!)

Prinzipiell unterscheidet man die klassischen (aus Holz und Sehnen gefertigten) und die modernen (aus Kunststoff und Aluminium hergestellten) Schneeschuhe. Während man klassische Schneeschuhe schon recht günstig (neu ab $80) bekommt und kaum Qualitätsunterschiede bestehen muss man bei den modernen etwas mehr hinlegen, nach oben keine Preisgrenze. Langlebige Schuhe gibt es hier ab $200. Besondere Merkmale sind ein drehend gelagertes Fußteil (bei günstigeren meist ein stabiles Gummiband), den Lederriemen klassischer Schuhe überlegene Bindungen, stabile Eiskrallen (aus Aluminium oder Stahl, möglichst nicht mit Plastik eingefasst), die das sichere laufen auf Eisplatten ermöglichen und meist auch geringere Abmessungen. Auf einem zugefrorenen See, der mit einer Wasser getränkten Schneeschicht bedeckt ist eignen sich die klassischen Schuhe besser, da diese nicht so schnell einsinken (weil meist größere Trittfläche) und sich nicht wie am Aluminiumrahmen der modernen Schneeschuhe Eisklumpen bilden.

Handschuhe - Bei extrem tiefen Temperaturen sollte man die Finger von Fingerhandschuhe lassen, außer man verwendet diese als Innenhandschuh zu einem Fäustling. Aber, auch der beste Handschuh nützt wenig, wenn man insgesamt schon rausgefroren ist! Als recht angenehm haben sich dünne, tastsensible Fingerhandschuhe erwiesen (die man eben nicht ausziehen muss, wenn man mal etwas aus einer Tasche kramen muss), die am besten unter wasserdichten Überfäustlingen trägt.

Gamaschen - Verhindern nicht nur, dass Schnee in die Schuhe fällt, sondern leiten auch von der Regenhose abfließendes Regenwasser über den Schuh ab. Gibt es in allen Qualitäten (Nylon ab $30, Gore-Tex ab $40).
Schneeschaufel - Wer im Winter sein Zelt im Schnee aufstellen will, der sollte sich mit einer Schneeschaufel ausstatten. Damit soll nicht etwa nur die Oberfläche geebnet werden, sondern der Schnee möglichst komplett entfernt. Stellt man sein Zelt einfach auf den Schnee, so können sich nicht nur unangenehme Mulden bilden wo man liegt, sondern es ist auch reichlich kühl von unten und obendrein noch feucht werden, wenn der Schnee schmilzt. Schneeschaufeln gibt es speziell für diesen Zweck in kleinem Format mit demontierbarem Griff. Outdoorläden verkaufen diese zu unglaublich überhöhten Preisen, wo es auch eine Schaufel vom Baumarkt tut.

Outdoorleben

Kochen - Wer Brennstoff sparen möchte (empfiehlt sich bei längeren Touren), der sollte entweder heißes Pastawasser für die nächste Runde benutzen (also irgendwie auffangen) oder für warme Getränke (heiße Schokolade, vielleicht nicht gerade Tee für Leute, die sich am milchigen Anblick stören) oder eine Einrührsuppe verwenden. Normalerweise schmeckt man die Pastavergangenheit nicht heraus ;-))

Lagerfeuer - ein Abend im kanadischen Outback ohne ein wärmendes Lagerfeuer? Kaum denkbar. Besonders, wenn man durchnässt von Regen oder Schweiß ist und seine Sachen schnell wieder trocknen möchte ist eine Feuer unverzichtbar. Im Falle ausgehender Brennstoffvoräte kann man auch auf einem Feuer kochen, muss allerdings in Kauf nehmen, dass die verwendeten Töpfe leiden (oder zumindest rußgeschwärzt werden). Zum Starten des Feuers eignet sich hervorragend Birkenrinde, die selbst in feuchtem Zustand noch erstaunlich gut brennt. Gut brennend bedeutet aber auch schnell verbrannt, weshalb man schon vorher für ausreichend Kleinholz sorgen sollte. Für den Fall, dass es keine Birken im näheren Umkreis gibt, man faul ist, es eilig hat oder auch ein Notfall vorliegt sollte man einige Feuerstarter mitbringen. Es gibt eine Menge verschiedener solcher, von Feuerpaste über Chemietabletten zum Magnesiumblock. Als besonders gut - weil ohne Chemikalien und auch in feuchtem Zustand verwendbar - haben sich kleine Papierformen mit Wachs und Holzspänen gefüllt bewährt. Sie geben einem etwa eine halbe Stunde um mit Kleinholz ein größeres Feuer zu entfachen, sind unempfindlich gegen Nässe und stinken einem nicht den Rucksack voll.

Rezepte - Das Essen unterwegs soll schnell zubereitet sein, die Zutaten leicht und nahrhaft. Ach ja, schmecken soll das ganze ja auch noch. Nudel und (Schnellkoch-)Reis bieten sich als leichtgewichtige Basislebensmittel an. Die Soßen dazu müssen nicht aufwendig sein. Eine leckere Käsesoße (Rezept von Bine) ist leicht mit ein wenig heißem Wasser, Mehl und Käsestücken zubereitet und kann auch noch am nächsten Tag als Dipsoße für Gemüse dienen ;-)) Fleisch ist nur bedingt zu empfehlen (wenn nicht als Konserve), aber für den ersten Tag kann man sich leicht etwas bereits gebratenes und gewürztes Hackfleisch mitnehmen. Ansonsten eignen sich Gemüse, die allerdings wärmeempfindlich und schwer sind. Obst ist gut, wenn auch schwer, aber mit Instanthaferflocken ein Genuss zum Frühstück. Wer genug Geld kann sich natürlich auch mit fertigen Outdoor-Mahlzeiten eindecken.

Trinkwasser - Auch wenn man nur einige Tage unterwegs ist wird man kaum für die gesamte Zeit Trinkwasser mitschleppen. Das Wasser in den kanadischen Seen ist ganz ok., nur ab und zu finden ich einige Erreger, die zu bösem Durchfall führen, was in der Regel das Ende der Reise und ein Outdoorverbot für die nächsten 2-3 Monate mit sich bringt. Also, besser nichts riskieren (man kann trotzdem noch im See baden gehen) und das Wasser behandeln. Bei Wasser, das sowieso gekocht wird (Tee, Kaffee, Nudeln etc), reicht es, wenn man fünf Minuten wartet (wenn es kocht), bevor man es benutzt. Wasser zum Trinken kann mit chemischen Zusätzen genießbar gemacht werden. Hierbei sind Jodtabletten nur bedingt zu empfehlen. Zum einen hinterlassen sie einen unangenehmen Nachgeschmack und zweitens reichert sich das Jod im Körper an, weshalb die Tabletten nur über 2-3 Tage am Stück verwendet werden sollten. Deutlich besser sind da Silberionen- oder Chlor-basierte Lösungen, die außerdem geschmacksneutral sind. Im Winter kann man Schnee einschmelzen und ohne weitere Vorsichtsmaßnahmen verwenden. Aber niemals gelben Schnee verwenden ;-))
 

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