27. Juni 2004 - 6. Tag

Unser 6. Tag bricht wieder mit schönem Wetter an. Wir frühstücken gemütlich und machen uns spät am Vormittag abfahrbereit. Wir haben unsere Pläne etwas geändert und wollen heute einen Abstecher über den Vännern machen anstatt über die Schleuse bei Snäcke in den Östebosjön zu gelangen. So paddeln wir in die südlichste Spitze des Ånimmen und portagieren von dort. Bei meinen kleinen Erkundungsgang war ich wohl zu voreilig und mühevoll hieven wir das Kanu vor der Straße 45 in den kleinen Bach. Leider ist direkt nach der Brücke Schluss, da die Weiterfahrt durch eine Wand aus Schilf versperrt ist. Also erkunden wir nochmals das Gelände und finden dann die Fortsetzung des Baches bei einem privaten Grundstück. Also schleppen wir den Kanadier mühsam zurück zur Strasse und karren ihn zum neuen Einsetzpunkt. Diesmal klappt alles und plötzlich sind wir sehr froh, dass wir den Abstecher über den Vännern wirklich durchgezogen haben. Etwa einen 3/4 km paddeln wir durch einen eng mit Schilf bestandenen natürlichen Kanal, voller Leben. Libellen, Fische, etc. - und alles zum Beobachten nah. Nach einer Weile weitet sich der Kanal urplötzlich auf und wir gelangen wir auf den Vännern, der uns stürmisch und mit hohen Wellen begrüßt. Hier müssen wir schon vorsichtig sein, um nicht vom Wind gegen das Ufer oder auf unter der Oberfläche gelegene Felsen gedrückt zu werden und gleichzeitig müssen wir die Bewegung durch die Wellen ausgleichen. Aber es macht einen Riesenspaß und bald schon erreichen wir einen Felsen, der uns zu einer  Mittagspause einlädt.

 

Von hier sieht der Vännern mehr wie ein Meer als ein See aus - eine großartige Aussicht. Nachdem wir uns gestärkt haben paddeln wir dem Ufer in südlicher Richtung folgend weiter. Bald schon erreichen wir den Schutz vorgelagerter Felseninseln. Hier gibt es kaum Wellengang und man kann prima zwischen den Inseln hindurch paddeln. Nach ca. 6 km erreichen wir die Bucht in der wir uns wieder Richtung Köpmannebro halten müssen. Die Schleuse in Köpmannebro überwindet nur 10 cm Höhenunterschied (im Winter kann das mehr sein) und wir können die Schleuse mit dem Kanu ohne Probleme über den direkten Abfluss umpaddeln. So erreichen wir den Svanefjorden, wo es plötzlich schon deutlich lebhafter zugeht. Rechts und links des Sees reihen sich (Wochenend-)Häuser und Motorboote passieren uns. Wir haben den ruhigen, naturnahen Teil unserer Tour hinter uns gelassen und befinden uns nun auf dem ersten Abschnitt des Dalsland-Kanals. Wir umpaddeln die Siedlung Spången und halten dann auf Björkön (Birkeninsel) zu. Hier beziehen wir unser Lager auf dem Lagerplatz DANO 42. Wieder haben wir Glück und keine anderen Paddler sind unterwegs, dafür haufenweise Motorboote. Zum Abendessen gibt es heute Nudeln mit Feta/Tomaten/Oliven-"Soße", die wir uns schmecken lassen. Später am Abend verziehen wir uns ins Zelt.